
Brutto ist nicht gleich Netto – doch was genau war noch mal was? Spätestens wenn es zu den Details deines Ausbildungsvertrags kommt, wirst du mit deiner Ausbildungsvergütung und der Unterscheidung in Brutto und Netto konfrontiert. Zu wissen, wie viel Geld auf deinem Konto tatsächlich ankommt, bringt dir eine erste Übersicht über deine Finanzen. Not-So-Fun-Fact: Viele Menschen wissen genau das nämlich nicht! Du willst es natürlich besser wissen und deshalb klären wir alle deine Fragen. Zum Beispiel, wie sich die Lücke zwischen deinem Brutto und Netto überhaupt ergibt, was das mit der Steuererklärung zu tun hat und wie viel du wovon am besten sparst.
Wenn du deine Ausbildung beginnst, ist das natürlich eine der spannendsten Fragen: Wie viel Geld verdiene ich jetzt eigentlich? Die Antwort: Es kommt drauf an. Denn wie hoch deine Ausbildungsvergütung ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel davon, in welchem Beruf du lernst und in welchem Betrieb du arbeitest.
Seit 2020 gibt jedoch auch gesetzliche Regelungen für die Mindestvergütung für Auszubildende. Wer seine Ausbildung ab 2025 beginnt, startet im ersten Lehrjahr mindestens mit einem Einstiegsgehalt von 682 Euro im Monat. Dieses hat dann jedes weitere Lehrjahr um einen festen Prozentsatz anzusteigen: Im zweiten Jahr um 18%, im dritten Jahr um 35 % und im vierten Jahr um 40 %. Diese Art „Mindestlohn“ gilt jedoch nur, wenn kein Tarifvertrag greift und du keinen Beruf mit landesrechtlicher Regelung (z.B. als Erzieherin oder Erzieher) ausübst. Das kann auch bedeuten, dass dein Einstiegsgehalt als Azubi deutlich höher ausfallen kann. Alle diese Angaben beziehen sich auf deine Bruttoeinkünfte. Doch was landet noch mal auf dem Konto: Brutto oder Netto?
Brutto ist dein Gehalt vor Abzügen – Netto ist der Betrag, der dir am Ende wirklich ausgezahlt wird. Das bedeutet auch: Vom Brutto werden bestimmte Beiträge abgezogen.
1. Sozialversicherungsbeiträge: Bestehend aus Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Gemeinsam machen sie rund 20 % deines Bruttogehalts aus – grob verteilt:
2. Lohnsteuer: Diese fällt an, wenn dein Jahresbrutto über den jährlichen Freibetrag von 12.084 Euro brutto liegt. Das entspricht einer maximalen Ausbildungsvergütung von ca. 1.007 Euro brutto im Monat. Viele Azubis liegen darunter.
3. Kirchensteuer: Sie ist nur relevant, wenn du Mitglied einer steuerpflichtigen Religionsgemeinschaft bist. Sie beträgt in der Regel 8-9 % deiner Lohnsteuer.
Der Prozentsatz, der die Höhe der Abgaben bestimmt, nennt sich Steuersatz. Es gibt zusätzliche Faktoren, die Einfluss auf die Höhe deines Steuersatzes und damit deiner Abgaben nehmen:
Grundsätzlich gilt: Je mehr du verdienst, desto höher sind deine Abgaben. Das liegt einmal an der größeren Summe, die so versteuert werden kann, aber auch an der anfallenden Lohnsteuer. Diese ist in Deutschland nämlich gestaffelt. Das heißt: der Steuersatz steigt mit der Höhe des Bruttoverdienstes und liegt zwischen 14 % und bis zu 45 %. Wie die Bezeichnung „Lohnsteuerklasse“ annehmen lässt, hat auch diese etwas mit der Lohnsteuer zu tun. Es gibt 6 verschiedene Steuerklassen, die Einfluss auf den Steuersatz haben und dadurch unterschiedliche steuerliche Vorteile bieten. Für die meisten Azubis gilt jedoch: Keine Lohnsteuer, da sie mit ihrer Ausbildungsvergütung unterhalb des Steuerfreibetrags liegen.
Ja! Verdienst du monatlich unter 1.007 Euro brutto, kannst du mit etwa 80 % des Bruttogehalts als Netto auf deinem Konto rechnen. Heißt: nur Abzug der Sozialversicherungsbeiträge ohne Lohn- und Kirchensteuer.
Wenn du es jedoch ganz genau wissen möchtest, nutzt du am besten einen Brutto-Netto-Rechner. Dort kannst du individuelle Angaben wie Steuerklasse, Bundesland oder Kirchenzugehörigkeit eingeben und siehst sofort, was am Ende des Monats übrigbleibt.
Ja, eine Steuererklärung kann sich für Auszubildende lohnen: In vielen Fällen bekommst du zu viel gezahlte Steuern zurück. Das ist besonders dann wahrscheinlich, wenn deine Einkünfte im Laufe des Jahres schwanken, du nicht das ganze Jahr arbeitest oder wenn du Lohnsteuer gezahlt hast. Aber auch wenn du keine Lohnsteuer zahlst, kann sich eine Steuererklärung langfristig lohnen.
Viele Ausgaben während der Ausbildung – etwa für Arbeitsmaterialien, Fachliteratur oder Fahrten zur Berufsschule – zählen als Werbungskosten. Für diese Ausgaben wird automatisch ein Werbungskostenpauschbetrag von 1.230 Euro pro Jahr angesetzt, ganz ohne Nachweise. Bei höheren Ausgaben kannst du diese mit Belegen zusätzlich geltend machen.
Wir empfehlen, etwa 10 Prozent deines Nettoeinkommens zu sparen. Ob du jedoch mehr oder weniger sparen kannst, hängt von den individuellen Lebensumständen ab. Wichtig ist, früh bzw. überhaupt mit dem Sparen zu beginnen, um dir so ein finanzielles Polster aufzubauen.
Es macht übrigens einen Unterschied, wie und wo du sparst: Dein Geld zu Hause zu horten, bringt dir zum Beispiel keine Zinsen, wodurch es nicht wachsen kann – ganz im Gegenteil! Durch Inflation kann dein Geld sogar an Wert verlieren! Um das zu vermeiden, kannst du einen Teil deines Geldes in Fonds oder Sparpläne investieren. Deine Beraterin oder dein Berater des SmartCenter Bielefeld kann dir helfen, einen Überblick deiner Finanzen zu gewinnen und eine geeignete Sparanlage zu finden. Vereinbare dafür am besten noch heute einen Termin.
Du weißt jetzt, dass von deinem Bruttogehalt am Ende weniger Netto auf deinem Konto landet. Abzüge sind normal und gehören dazu. Doch wusstest du, dass dein Ausbildungsbetrieb dir zusätzliches Geld geben kann? Und zwar on top – ganz ohne Abzüge? Dabei handelt es sich um vermögenswirksame Leistungen (VL). Das sind freiwillige Zuschüsse der Arbeitgeberin und des Arbeitgebers, die für dich direkt in eine staatlich geförderte Sparanlagen (z. B. Bausparvertrag, Fondssparplan oder Banksparplan) investiert werden. Das bedeutet zwar, dass du das Geld nicht direkt auf dein Konto bekommst, aber es gehört dir. Monat für Monat. Deine VL können bis zu 40 Euro monatlich betragen. Und das Beste: Der Staat legt oft noch etwas obendrauf – die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Wie genau du an vermögenswirksame Leistungen kommst und wie du das Extra vom Staat beantragen kannst, können wir gerne gemeinsam klären.
Wenn du hier angelangt bist, dann hast du ganz schön viel gelernt. Mit uns zusammen kannst du vom Learning direkt ins Doing kommen! Zum Beispiel mit einem Kredit, der perfekt zu dir passt. Vereinbare am besten gleich einen Termin mit deinem Berater oder deiner Beraterin.
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